„Ach, das ist sie!”, staunen manche über die zierliche Dame mit dem verschmitzten Blick. Ihre Stimme ist Ö1-Fans wohlbekannt. Immerhin ist diese seit 35 Jahren im Radio zu hören – damals im Schulfunk. Manchmal ist die Philosophin live zu erleben. Dr. Ursula Baatz moderierte bei der Ökumenischen Sommerakademie im Stift Kremsmünster.
ORF Religion Radio, Argentinierstr. 30A, 1040 Wien. Das ist ihr Arbeitsplatz. Doch das Denken der Dr. Ursula Baatz streift weit über diese Adresse hinaus – besonders in die östliche Hälfte der Erdkugel. Als Religionslehrerin hat sich Ursula Baatz ihr Philosophiestudium finanziert – und damals schon hat sie sich für Zen interessiert. Interkulturelles Philosophieren ist ihr Spezialgebiet. Zen-Buddhismus hat sie seit den Achtzigerjahren an der Wiener Universität gelehrt. Der Jesuit und Zen-Meister Hugo Makibi Enomiya-Lassalle hat sie auf diese Spur gebracht. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich dieselbe Person wäre ohne Begegnung mit P. Lassalle“, bekennt sie. Diese Begegnung – und die Meditation – prägen sie. Zum Frühstück übrigens trinkt sie Tee. Dieses Getränk des Ostens hat sie auf Reisen stets dabei. Ursula Baatz ist Katholikin. Kurienkardinal Dr. Walter Kasper hat die katholische Kirche beschrieben als einen „weiten Ozean“, erklärt sie – und fügt hinzu: „Ich schwimme gerne im großen Ozean.“ Und die Ozeane der Welt, fügt sie hinzu, stehen miteinander in Verbindung – so auch die Religionen.Bei der ökumenischen Sommerakademie, bei der sie vergangene Woche moderierte, ging es ebenso um Verbindung, nämlich, wie Naturwissenschaften und Religion zusammenfinden können. Solche Grenzthemen – oder besser Berührungslinien – liebt Baatz. In einer Zeit, in der Weltanschauungszonen nicht nach den Grenzen der Kontinente, sondern mitten durch Vortragssäle und Verwandtschaften verlaufen, scheinen diese besonders wichtig und gefragt zu sein.
„Am meisten interessieren mich Menschen: was sie tun, und noch mehr, warum sie das tun, was sie tun.“