Kopf der Woche: Stephan Turnovszky, Jugend-Bischof
Ausgabe: 2009/31, Kopf der Woche, Turnovszky, Seelsorger, Jugendbischof
29.07.2009
- Hans Baumgartner
Zehn Jahre arbeitete Stephan Turnovszky in der Pfarrseelsorge. Seit einem Jahr ist er Weihbischof in Wien, seit einigen Wochen österreichischer „Jugend-Bischof“.
„Mein absoluter Traumberuf als Priester ist Pfarrer-Sein.“ Stephan Turnovszky lässt keinen Zweifel darüber, wo sein „geistliches“ Herz schlägt. Es sei ihm daher auch nicht leicht gefallen, von seiner Pfarre in Baden wegzugehen, um das Amt eines Weihbischofs anzunehmen. „Aber“, so Turnovszky, „die Jünger am See Genesareth haben auch nicht zu Jesus gesagt, unter diesen oder jenen Bedingungen folgen wir dir nach.“
Dem „Ruf Gottes folgen“ – diese Frage stellte sich dem gelernten Chemiker mit 26, 27 Jahren ganz existentiell. „Ich arbeitete in der Entwicklungabteilung eines Betriebes und hatte an meinem Beruf viel Freude. Es war da aber eine Sehnsucht in meinem Herzen, dass es noch etwas ,anderes‘ gibt für mein Leben. Und immer wieder endete der Gedanke damit, es könnte ,Priester‘ sein“, erinnert sich Turnovszky. Aus den Erfahrungen seiner Ministrantenzeit war er zuversichtlich, dass das ein Weg sein kann, „wo man glücklich werden kann“.Turnovszky drückte erneut die Studienbank, wurde Priester, arbeitete zwei Jahre als Kaplan und acht Jahre als Pfarrer im Weinviertel und in Baden. Seelsorge ist auch das, was er als neu ernannter österreichischer Jugend-Bischof am liebsten machen möchte – „in der direkten Begegnung mit Jugendlichen“. Dazu gehört auch, „Wege zu suchen, um stärker auf die Jugendlichen zuzugehen.“