BRIEF_KASTEN
An der Frische des Morgens, am Geruch, der aus Ackerfurchen steigt, spürt man es: Eine andere Zeit ist gekommen. Herbstzeit eben. Ein Zu-Ende-Gehen bedeutet sie, doch jetzt schon wird der Boden aufbereitet, die Wintersaaten kommen in die Erde.
Hoffnung, das ist, in den Momenten augenscheinlichen Niedergangs das Saatgut des neuen Anfangs zu legen. Ein hoffnungsvoller Mensch belässt es nicht bei den Anzeichen des Verdorrens und Verkümmerns. Er traut der Fruchtbarkeit des Bodens, auch wenn die äußeren Zeichen nicht auf Wachsen hindeuten.
An Gott zu glauben bedeutet, sich auf Christi Wort und Weg zu verlassen – sein Versprechen: „Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Wer sagt, ich glaube an Gott, aber von seinem Wort nichts hält, ist ein scheingläubiger Mensch.
Aus den Erfahrungen der zu Ende gehenden Erntezeit gilt es, mit dem Mut des Evangeliums zu lernen, was man in Zukunft anders, besser machen könnte. Einen Boden gilt es vorzubereiten, auf dem der Friede besser gelingen kann und die Gerechtigkeit besser gedeiht, auf dem man auch zu einem verbindlicheren Miteinander findet. Ein Wort von Papst Leo XIV. aus seiner jüngsten Enzyklika vom Mai 2026 mag hilfreich sein: „Es kommt darauf an … Prozesse des Guten in Gang zu setzen und sie reifen zu lassen.“ Also: Sich nicht mit dem Klageton des Verlustes zu begnügen, sondern selbst anfangen, dem Guten die Tür zu öffnen. Das ist es, was ansteht, in diesem Herbst.
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