03.05.2016

Kultur

Was am Ende bleibt

Was wie eine Glaswand scheint, entpuppt sich als Scheinkonstruktion. – Die Arbeit „frames“ (Rahmen) von Thomas Kluckner spielt mit Offenheit, Transparenz und Grenzen. Insgesamt sechs künstlerisch ausgezeichnete Werke von Preisträgern des Diözesankunstvereins werden in der Kreuzschwestern-Galerie ab 12. Mai 2016 präsentiert.

Vergänglichkeit sichtbar machen – mit dem künstlerischen Projekt „EIS EN“ von Angelika Windegger. Sie erhielt 2014 den Anerkennungspreis des Diözesankunstvereins.

Super Toboggan und Frames – sind die Titel der Arbeiten von Maria Venzl (2015) und Thomas Kluckner (2014). thematisiert in „Super Toboggan“ die Entstehung eines Wasserparks, der nie eröffnet wurde und wie ein leeres Versprechen wirkt. Kluckner spielt in „frames“ mit scheinbaren Grenzen und vorgetäuschter Transparenz.

Vergänglichkeit wahrnehmbar zu machen, war Ausgangspunkt der Arbeit „EIS EN“ von Angelika Windegger. Sie erhielt dafür den Anerkennungspreis des Diözesankunstvereins (DKV). Zur Umsetzung dieser Idee hat die Künstlerin Eis verwendet. Sie goss Wasser in meterlange Rohre und ließ das Wasser gefrieren. Die daraus entstandenen Eisstäbe lagerte sie auf einem Eisengerüst, das in einer Eisenlagerhalle kurzzeitig zur Verfügung stand. Der Kontrast der verwendeten Materialien Eis und Eisen verstärkt die Idee dieser künstlerischen Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit, die filmisch festgehalten wurde. Die Betrachter/innen können durch diese Installation mit Fragen nach Vergehen, Zerfall, Auflösung und der Frage, was am „Ende letztlich bleibt“, konfrontiert werden. Die mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnete Künstlerin Angelika Windegger kommt aus Oberhofen (Tirol) und hat in Linz an der Kunstuni studiert. 

Ausgezeichnet

Arbeiten, die eine hohe künstlerische Qualität haben und sich durch eine ethische, soziale oder religiöse Relevanz auszeichnen, werden von einer Jury des Diözesankunstvereins seit 20 Jahren prämiert. Junge Kunst zu fördern war in den 1990er Jahren dem heutigen Ehrenobmann des DKV Prof. Günter Rombold ein wichtiges Anliegen. Er initiierte die Verleihung der Preise an junge Absolvent/innen der Kunstuni Linz. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert.

Begeistert von Kirche

Maria Venzl ist eine davon und in der aktuellen Ausstellung vertreten. Die Künstlerin kommt aus Haslach und erhielt 2015 den Förderpreis. Sie habe damals viel positives Feedback für ihre Auszeichnung bekommen. Die Arbeit zeigen zu können, sei eine tolle Möglichkeit für sie. Zum Verhältnis von Kunst und Kirche befragt, meint Venzl: „Ich bin begeistert, welch wichtige Aufgabe die Kirche hier übernimmt. Es ist ganz schwer für ‚junge‘ Absolventen, sich als Künstler zu etablieren. Deshalb ist es wichtig, wenn es Institutionen wie den DKV gibt, die als Förderer auftreten.“ Die Arbeiten der DKV-Preisträgerinnen und -Preisträger 2014/2015 werden ab 12. Mai 2016 in der Galerie der Kreuzschwestern in Linz gezeigt.  

Die Ausstellung wird am 12. Mai 2016 um 19 Uhr eröffnet, Kreuzschwesterngalerie, Stockhofstraße 2, Linz.

Bildquelle: Windegger, Venzl/Kluckner

Autor/in:  Elisabeth Leitner

Keywords: 2016/18, Diözesankunstverein, Rombold, Venzl, Windegger

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