09.08.2016

Lokales

Vom alten und vom neuen Bischof

Ganz im Zeichen des Wechsels auf dem Linzer Bischofssitz 2015/2016 steht die neueste Publikation des Linzer Diözesanarchivs. Das 16. Beiheft des „Neuen Archivs für die Geschichte der Diözese Linz“ dokumentiert die „Stab- und Hofübergabe“ von Bischof Schwarz an Bischof Scheuer.

Kardinal Christoph Schönborn (links) und Diözesanbischof Manfred Scheuer (rechts) bei der Verabschiedung von Bischof Ludwig Schwarz.

Über die Predigten und Reden bei der Amtseinführung Bischof Manfred Scheuers und der Verabschiedung von Bischof Ludwig Schwarz hinaus, die sich in dem neuen Beiheft finden, lassen Monika Würthinger und Klaus Birngruber vom Diözesanarchiv auf knapp vierzig Seiten das Wirken von Bischof Schwarz Revue passieren. Keines der erwähnten Ereignisse aus der zehnjährigen Amtszeit (2005 bis 2015/16) ist für interessierte Kirchenmitglieder neu – dennoch hat die Veröffentlichung einen besonderen Reiz. Die Zusammenschau macht die Lektüre so interessant. Man erfährt, dass in Schwarz’ Amtszeit elf Weltpriester, 24 Ordenspriester und 52 ständige Diakone geweiht wurden. Bischof Schwarz war auch der erste amtierende Oberhirte, der in der Kathedrale seiner Diözese eine Priesterweihe im außerordentlichen tridentinischen Ritus gespendet hat (4. Juli 2015). 

Kirchenamtliche Klarstellungen

Der Diözesanbischof konnte in seiner Amtszeit zwei Kirchen (Gallspach und Lichtenberg) weihen und die neu errichtete Seelsorgestelle Elia in der Solarcity (Linz-Pichling) segnen. Bereits 2006 lud der Bischof zusammen mit der Katholischen Jugend OÖ zur ersten Jugendkatechese in die Krypta des Mariendoms. Seither kam es regelmäßig zu Jugend-Begegnungen. Für breites Echo sorgten zwei kirchenamtliche Klarstellungen: die Einschärfung des Predigtverbots von Laien bei Sonntagsmessen (September 2007) und die Rücknahme der Sondergenehmigung für Taufen durch Pastoral- und Pfarrassistent/innen im Mai 2008, die seit 1995 in Kraft war.

Sieben Linzer Partnerdiözesen

Die Ernennung von Pfarrer Gerhard M. Wagner am 31. Jänner 2009 „löste eine regelrechte Kirchenkrise aus“, heißt es im „Neuen Archiv“, die mit der Rücknahme der Entscheidung durch Papst Benedikt XVI. am 2. März 2009 endete. Bischof Schwarz pflegte wie sein Vorgänger Maximilian Aichern guten Kontakt mit den sieben „östlichen“ Partnerdiözesen von Linz und engagierte sich im Rahmen der Bischofskonferenz für die Anliegen internationale Entwicklung und Mission. 

Mit der Dokumentation zur Geschichte der 2014/2015 errichteten Fakultät für Kunstwissenschaft und Philosophie an der Katholischen Privatuniversität Linz und zur 2016 erfolgten vollkommenen Rehabilitierung des NS-Opfers Johann Gruber („Papa Gruber“) werden unter anderem weitere prägende Ereignisse der jüngsten Vergangenheit festgehalten.

Das Beiheft 16 vom Neuen Archiv für die Geschichte der Diözese Linz (148 Seiten) ist um 15,-– Euro zu beziehen: Diözesanarchiv Linz, Tel. 0732/77 12 05-8608 oder archiv@dioezese-linz.at

Bildquelle: Diözese Linz

Autor/in:  Josef Wallner

Keywords: 2016/32, Bischof, Ludwig Schwarz, Manfred Scheuer

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