08.07.2017

Sonntag

Sonntag: Mündig bei den Menschen und unmündig vor Gott

Die Gebote, die Jesus uns gibt, sind nicht bedrückend; sie erfrischen unser Herz wie ein Kübel mit Wasser die trockene Gartenerde besprengt.

Schwere Last: Eine Bäuerin trägt Wasserkübel an einem Joch.

Josef Kuzmits

Wort zum Sonntag

Ach, so g’scheit!

Das heutige Evangelium lässt uns über die nach Jesus unbrauchbaren Weisen und Klugen nachdenken. Niemals disqualifiziert der Herr eine bestimmte Bildungsschicht.
Ihm geht es um hochnäsige Haltung. Wäre Jesus gegen die wirklich Gebildeten gewesen, hätte er zuerst sich selbst mit seiner einmaligen Weisheit ablehnen müssen.
Unmündige, wie Jesus sie meint, sind immer offen für seine Botschaft. Unmündige, Arme und Letzte sind im Reich Gottes gehobene Klasse. Der Geist Gottes gibt jedem ein, worin Unmündigkeit vor Gott besteht. Zur Erkenntnis des eigenen Unmündig-Seins gelangen wir mit der Weisheit Seines Herzens. Jesus beschreibt das Joch seiner Botschaft als leicht, wie eine freundschaftliche Berührung. Wir sollen spüren, dass wir in seine Frohe Botschaft eingespannt sind. Die horchende Klugheit und die salomonische Weisheit Marias sind bis heute bei Menschen, welche erkennen, dass diese Welt Grenzen hat und ihre eigenen Möglichkeiten begrenzt sind. Deshalb wünscht Gott von uns jene Unmündigkeit, die uns den Weg zu wahrer Weisheit und Klugheit erschließt. 

Herz Jesu, bilde unser Herz nach deinem Herzen!

Zum Weiterdenken

Die Nähe zu Jesus soll uns täglich zur Ruhe kommen lassen. Denken wir an alle, die sich plagen und unter schweren Lasten stöhnen. Dass sie zu Jesu Füßen lauschend ruhig ein- und ausatmen können.
Nehmen wir uns der Menschen an, auf denen das Joch übermäßiger Arbeit oder der Druck der Arbeitslosigkeit und damit verbunden der Hoffnungslosigkeit lastet?
Praktizieren und fördern wir stille Momente und Ruhepausen in unseren liturgischen Feiern?  


14. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A, 9. Juli 2017

1. Lesung

Sacharja  9,9–10

Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil, demütig ist er und reitet auf einem Esel, ja, auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin. Ausmerzen werde ich die Streitwagen aus Efraim und die Rosse aus Jerusalem, ausgemerzt wird der Kriegsbogen. Er wird den Nationen Frieden verkünden; und seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden der Erde.

 

2. Lesung

Röm  8,9.11–13

Ihr aber seid nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt. Wer aber den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm.
Wenn aber der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt. Wir sind also nicht dem Fleisch verpflichtet, Brüder und Schwestern, sodass wir nach dem Fleisch leben müssten. Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, müsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die sündigen Taten des Leibes tötet, werdet ihr leben.

Evangelium

Matthäus  11,25–30

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. 

Bildquelle: Branson DeCou

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