14.03.2017

Bewusst leben

Pollen meiden oder sammeln?

Der kleine Unterschied zwischen Allergikern und Bienen

Pollen verschiedener Pflanzen dienen der Bienenbrut als Nahrung.

Blütenpollen sind die männlichen Samenzellen von Blumen, Gräsern und Hölzern. Die einzelnen Pollenkörner sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Erst in Ansammlung großer Mengen, z.B. in der Blüte einer Blume, werden sie sichtbar. Der Pollenflug existiert seit schätzungsweise 300 Millionen Jahren und ist für mehr als die Hälfte der Pflanzen zur Bestäubung unerlässlich. Wind, Wasser oder Tiere verbreiten die Pollen, damit sie Blüten bestäuben können. 

Wer auf Pollen allergisch reagiert, erfreut sich vielleicht an den schönen Blüten und Blumen, mit den Pollen möchte er/sie aber so wenig wie möglich zu tun haben. Ganz anders geht es da den Bienen. Für sie sind Pollen lebensnotwendig. Während sie auf den Blüten sitzen, um Nektar zu saugen, kommen die Bienen mit den Staubgefäßen der Blüte in Berührung. Der abfallende Blütenstaub bleibt in ihrem Haarkleid hängen. Die Bienen sind also nun mehr oder weniger „eingepudert“. Aber sie sind auch reinlich und kämmen diesen Staub mit ihren Beinen aus dem Haarkleid. Damit die Pollen dabei nicht einfach abfallen, werden sie mit etwas Nektar benetzt, sodass der Blütenstaub regelrecht zusammenklebt und sich am hinteren Beinpaar in Form eines sogenannten Pollenhöschens sammelt. 

Die Imker „ernten“ die Pollen mit einem Gitter am Eingang des Bienenstocks, der Pollenfalle. Sie lassen den Bienen aber auch genug Pollen übrig, und zwar für die Aufzucht der Brut. Denn: Die Blütenpollen sind nahrhaft, sie bestehen unter anderem aus mehr als 50 Vitalstoffen. 

Für die Jungbienen lagern die Stockbienen die Pollen in die Waben ein und versiegeln sie mit Speichel. So werden die Pollen fermentiert und haltbar gemacht, ansonsten würden sie nämlich rasch verschimmeln oder gären und damit ungenießbar werden.

Der Standpunkt macht es also aus, ob man Pollen meidet oder sammelt.  

Bildquelle: the physicist/fotolia.com

Autor/in:  Brigitta Hasch

Keywords: 11/2017

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