18.04.2017

Lokales

Meditation und Tradition

Die Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag ist in Traunkirchen die Antlass-Nacht.

Der Vorsänger Josef Vogl (mit Laterne) freut sich, dass auch Firmlinge beim Antlass-Singen mitmachen. Sie bleiben zwar nicht bis in die frühen Morgenstunden, aber sie zeigen damit, dass die Tradition fest in Traunkirchen verankert ist. In Österreich ist nur in Großarl ein ähnlicher Brauch bekannt.

Ob sternklar, ob Regen oder Schnee – Josef Vogl als Vorsänger ist, begleitet von einer Schar Traunkirchner/innen, von neun Uhr abends bis drei Uhr in der Früh unterwegs, um über das Leiden Christi zu singen. Die Entstehung diese Brauchs hängt mit den Jesuiten zusammen, die im 17. Jahrhundert zur Erneuerung des Katholizismus nach Traunkirchen kamen. Seit etwa 300 Jahren ziehen die Traunkirchner am Gründonnerstag durch den Ort, nicht einmal in Kriegszeiten wurde die Tradition unterbrochen, weiß Vogl, der seit 35 Jahren den Gang leitet. Zu jeder vollen Stunde wird jeweils an zwölf Plätzen nach der Ankündigung der Uhrzeit das überlieferte Lied gesungen, das aufruft die Sünden zu meiden. Das Antlass-Singen schließt gegen halb vier mit dem „24-Stunden-Lied“, dann folgt noch ein Kreuzweg. 

Bildquelle: Hörmandinger

Autor/in:  Josef Wallner

Keywords: 2017/16

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