08.08.2017

Lokales

Die unverrückbare Mitte des Mariendoms

Mehr als neun Stunden haben Steinmetzmeister Gerhard Fraundorfer und seine Leute der Dombauhütte am 3. August 2017 gewerkt: dann stand der neue Altar, ein knapp sieben Tonnen schwerer Kalkstein-Block, millimetergenau am vorgesehenen Platz.

Können, Erfahrung und Ruhe waren notwendig, um den Altarblock an Ort und Stelle zu bringen.

Nach bewährter Art der Ägypter transportierten die Steinmetze den Steinquader, der 160 cm im Quadrat misst und einen Meter hoch ist, auf Rollen vom Seitenportal in der Hafnergasse in die Vierung des Doms. Dorthin wurde im Rahmen der Neugestaltung die Altarinsel verlegt. Der Block kommt aus einem Steinbruch bei Eichstätt (D) und ist ein Jurakalkstein. „Man sieht am Stein, wie sich vor Jahrmillionen einzelne, ganz zarte Lagen abgesetzt haben. Die sind wie Sichtfenster in eine andere Zeit“, erklärt Dombaumeister Wolfgang Schaffer, bei dem die Fäden für die Umbau­arbeiten des Doms zusammenlaufen. „Mit diesem Material greift man die Farbe auf, in der die Steine des Doms gehalten sind.“ Das gefällt Fraundorfer ganz besonders. „Die Neugotik spielt mit den Farben der Steine.“ Ambo, Kathedra des Bischofs und Priestersitz werden in derselben Weise ausgeführt. Für den Dombaumeister ist die Positionierung des Altars ein erhebender Augenblick: „Da wird die unverrückbare Mitte des Doms gesetzt – und das wahrscheinlich für viele Jahre, vielleicht sogar für einhundert, zweihundert Jahre. « 

Bildquelle: kiz/jw

Autor/in:  Josef Wallner

Keywords: 2017/32

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