Bei der Produktion von Mobiltelefonen herrsche „Ausbeutung am Fließband“, hieß es bei einer Pressekonferenz kürzlich in Wien, bei der zwei Mitarbeiterinnen der entwicklungspolitischen NGO von ihren teilweise schockierenden Eindrücken bei einer Reise im März nach Südindien berichteten. Gefordert wurde ein „Fair-Trade-Handy“. Eine E-Mail-Petition an alle Hersteller soll dem jetzt Nachdruck verleihen. Mehr als 20.000 Arbeiter müssten am Fließband für einen Hungerlohn für den europäischen Markt schuften: Dabei hätten die meisten mindestens 12 Jahre Schulausbildung hinter sich und die Verantwortung, mit ihrem Lohn auch ihre Verwandten über Wasser zu halten. Rund 100 Euro Monatslohn reichen laut „Südwind“ für ein winziges Zimmer ohne Fließwasser und mit fünf bis zehn Mitbewohnern, nicht aber für ausreichende Ernährung. Gewerkschaftliche Organisierung wird durch das Management unterbunden oder stark behindert. „Bei Streiks werden mitunter alle beteiligten Arbeiter gekündigt“, sagte „Südwind“-Vertreterin Christina Schröder. Mit einem Klick kann man ab sofort von allen Herstellern, die ihre Handys am österreichischen Markt vertreiben, ein fair produziertes Telefon fordern. Die Online-Petition kann unter www.suedwind-agentur.at unterstützt werden.