VfGH  und „Ehe für alle“

Das Gleichbehandlungsgebot, bei ­dessen Verletzung der Verfassungsgerichtshof (VfGH) Gesetzesbestimmungen aufheben muss, hat – vereinfacht ausgedrückt – bislang wie folgt gelautet: Der Gesetzgeber muss Gleiches gleich und Ungleiches ungleich behandeln. Spätestens seit der VfGH entschieden hat, dass die rechtlichen Regeln für die Lebensgemeinschaft eines gleichgeschlechtlichen Paares nicht anders sein dürfen als bei einer Lebensgemeinschaft von Mann und Frau, scheint dieses Verständnis des Gleichheitsgrundsatzes Geschichte zu sein. Besteht die fundamentalste und sinnfälligste Ungleichheit dieser beiden Formen von Lebensgemeinschaften doch darin, dass gleichgeschlechtliche Paare unfähig zur Prokreation sind und der Fortbestand des gesamten Menschengeschlechts somit einzig und allein durch heterosexuelle Paare ge­sichert ist.
Dr. Johann Hahn, Perg

 

Seid wachsam

Ich mache mir Sorgen und viele Gedanken beschäftigen mich, nachdem ich das Buch „Stille Machtergreifung“ von Hans-Henning Scharsach, erschienen Anfang 2017 im Verlag Kremayr & Scheriau, gelesen habe. Darin wird anhand von 563 penibel recherchierten Belegen, Zitaten und Fakten beschrieben, welches rechtsextreme, größtenteils dem Nationalsozialismus entnommene und ihm nahestehende Gedankengut den in Österreich aktiven Burschenschaften zugrunde liegt, was davon auch im Handbuch der FPÖ beschrieben, bereits ansatzweise gelebt wird und in Zukunft geplant ist. Und die Mitglieder dieser Burschenschaften greifen jetzt tatsächlich durch das Wahlergebnis der FPÖ legitimiert nach der Macht bzw. sind bereits im neu gewählten Österreichischen Parlament überproportional vertreten. 20 der 51 FPÖ-NR-Abgeordneten gehören einer Burschenschaft an, neben dem Bundesparteiobmann der FPÖ auch vier seiner fünf Stellvertreter. Wer von ihnen in der mit großer Wahrscheinlichkeit künftigen Regierung gemeinsam mit der ÖVP ein Ministeramt bekommt, ist derzeit noch offen. (...) Ich empfehle das Buch allen an der Zukunft Österreichs interessierten Menschen, nicht um die bereits zahlreich geschürten Ängste zu vergrößern, sondern mit der Bitte: „Seid wachsam und wehret den Anfängen.“
Hans Riedler, Linz

 

Wo Tauben sind ...

„Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu.“ Dieses Sprichwort kommt mir jedesmal in den Sinn, wenn ich (wie am 19. 11.) das Evangelium von den Talenten höre. Ist es nicht auch heute so, dass Reiche immer reicher werden, der Mittelstand unter günstigen Umständen ein bescheidenes Vermögen aufbauen kann und die Minderbemittelten ihr Leben lang am Hungertuch nagen bzw. auch noch das Wenige verlieren, obwohl sie sich redlich bemühen, ihre „Talente“ einzubringen (= gewinnbringend einzusetzen). Wo bleibt hier die („göttliche“) Gerechtigkeit? Keine Rede von Teilen oder Nächstenliebe – oder einem sparsamen Umgang mit den Ressourcen dieser Erde. Stattdessen Überfluss und Verschwendung in den reichen Ländern und zunehmende Armut in den ohnehin benachteiligten Erdteilen. Ich weiß, dass diese Auslegung sehr primitiv und sicher nicht so zu verstehen ist. Nur drängt sich dieser Vergleich aufgrund der derzeitigen Situation förmlich auf. Das passiert mir übrigens öfter bei ähnlich provokanten Überlieferungen der „Frohbotschaft“. Darum freue ich mich jede Woche auf die Erläuterungen zum jeweils bevorstehenden Evangelium in der KirchenZeitung. (...) Außerdem hab ich ja (noch) die sonntägliche Frühmesse in unserer Pfarrkirche.
Anton Bumberger, Haibach ob der Donau

       

Werbeflut

Wie viel Werbung verträgt der Mensch, was kann er wirklich verarbeiten? Dieser Stoß Werbematerial an einem Tag:  0,662 Kilo.
Wirkliche Infos werden verdrängt durch überzogene (nichtregionale) Werbungen. 0,662 kg Papier verbraucht 100 Liter Wasser, hochgerechnet auf x-tausend Haushalte – eine wahre Wasserverschwendung und tonnenweise schnelles Altpapier! Auch hier wäre Umwelt- oder Klimadenken angebracht. (...) 
Alois Litzlbauer, Waldzell


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