„Dirty“

(...) „Dirty campaigning“ hat im Wahlkampf einer europäischen Demokratie im 21. Jahrhundert nichts verloren! Was verwundert, ist, dass sich die gesamte österreichische Medienlandschaft – vom ORF bis zu den Gratiszeitungen – mit voller Wucht und ausschließlich auf diese nicht tolerierbaren Methoden stürzt, ganz zu schweigen von den wahlwerbenden Parteien. Aber ist das nicht geheuchelte Entrüstung? Vor dem Hintergrund populistischer Protagonisten, die seit Jahren bzw. Monaten Menschengruppen diffamieren, ausgrenzen, die Gesellschaft mit ständig wiederkehrenden Hassparolen spalten, die die Lüge zur Methode gemacht haben, ist es wohl nicht sehr ausgewogen, jetzt die dumme Facebook-Geschichte so hinzustellen, als würden erstmals in der österreichischen ­Geschichte Dreckkübeln geschüttet. (...) Ich würde mir wünschen, dass Journalisten ihren Hörern und Lesern dabei behilflich sind,
einen ausgewogenen Überblick über das politische Geschehen in unserem Land zu gewinnen und diesen nicht selbst zugunsten einer Skandalberichterstattung zu verlieren. (...)
Mag. Heinz  und MMag. Birgit Buder-Ortner, Micheldorf

 

Nach der Wahl

Ich fordere Fairness und Gerechtigkeit für unsere Politiker. Diejenigen, die in der ganzen Wahlkampfzeit mit ­Streitereien, Respektlosigkeit und Verunglimpfungen gefuhrwerkt haben, sollen dafür auch ein dementsprechend gerechtes Gehalt bekommen. Wir bezahlen unsere Parlamentsabgeordneten und Regierungspolitiker schließlich nicht fürs Streiten! (...)
Man stelle sich vor, die Politiker gehen nach der Wahl mit uns so um, wie sie ihre Mitbewerber behandeln. Anstand und Würde sucht man bei den meisten Diskutanten vergeblich. Ob der dargebotenen Respektlosigkeit sorge ich mich, wie eine Zusammenarbeit nach der Wahl möglich sein soll. Wir sollten sie zum Besuch eines Wertekurses verpflichten.
Rudolf Danninger, Gutau

 

Digitalisierung ohne Werte?

Vielen ist heute bewusst, dass wir in den politischen Programmen ein Leitbild für Österreich erarbeiten müssen. Dieses Leitbild, unsere Wertewelt, wird wesentlich geprägt sein durch unser kulturelles Erbe – Musik, Theater, Literatur, Religion.
Werte gehören aber vermittelt! Der digitale Fortschritt (z.B.: Computerklassen) kann vor den Schulen nicht Halt machen, das ist einzusehen. Ich weise aber darauf hin, dass es mindestens genauso wichtig wäre, Ressourcen für musisch-kreative Fächer zur Verfügung zu stellen. (...)
Wenn wir unseren Kindern nicht unsere Kultur weitergeben, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn sie sich der eigenen Kultur entfremden. Singen ist ein immaterielles Kulturgut. Als Präsident des Chorverbands Oberösterreich ist es mir ein Anliegen, dass wir die Kultur des Miteinander-Singens hochhalten. Wie ist es zu rechtfertigen, dass wir in der Schule die musisch-kreativen Fächer auf ein Minimum kürzen und die Ausbildung des Lehrpersonals genau in diesem Bereich beschneiden – weil wir Kultur nicht brauchen? (...) Ich denke, die Schule ist ein Ort, der den Kindern die bestmögliche Persönlichkeitsentfaltung im Sinne des Humanismus ermöglichen soll. Unser Ziel ist es daher, Singen und Musizieren, aber auch Theater- und Konzerterlebnisse außerhalb der Schule so selbstverständlich in den Schulalltag zu verankern wie z.B. die tägliche Mathematik-/Deutsch-/Turnstunde.  
MMag. Harald Wurmsdobler, LINZ



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