Wort-Gottes-Feiern und Kommunionspendung

Zu KirchenZeitung Nr. 31, Seite 3

Wenn man die Kommunionspendung im Rahmen einer Wort-Gottes-Feier als „Rückfall in die vorkonziliare Tabernakelfrömmigkeit“ sieht, dann erhebt sich die Frage, als was die neuerdings wieder sehr propagierte eucharistische Anbetung zu sehen ist. Wobei es m. E. nur bei sehr oberflächlicher Betrachtung einen Unterschied macht, ob diese Anbetung vor dem in einer Monstranz „ausgesetzten“ Allerheiligsten oder einfach vor einem Tabernakel stattfindet, in dem konsekrierte Hostien aufbewahrt werden. Und ist nicht die Kommunion, die einem Kranken oder Sterbenden zu Hause gespendet wird, ebenfalls Ausfluss einer Art Tabernakelfrömmigkeit? Erfolgt doch auch eine solche Kommunionspendung außerhalb des Rahmens einer Messfeier. Letztlich ist in der katholischen Kirche ein Mindestmaß an „Tabernakelfrömmigkeit“ aber ohnehin allein schon deswegen unerlässlich, weil die bei einer Messe konsekrierten Hostien auf Dauer Leib Christi bleiben und daher, soweit sie nicht in derselben Messfeier „aufgebraucht“ werden, irgendwo sicher und würdig aufbewahrt werden müssen.

Wenn schon die Kirche personell nicht mehr in der Lage ist, quasi flächendeckend die Möglichkeit eines Sonn- und Feiertags-Messbesuchs anzubieten, dann soll sie ihren Gläubigen wenigstens nicht auch noch den sonn- und feiertägigen Kommunionempfang vorenthalten. Die diesbezüglich geltende Rahmenordnung ist ja wohl nicht „göttlichen Rechts“ und kann daher jederzeit abgeändert und angepasst werden. Außerdem wird sie – wie so viele andere „Ordnungen“ auch – in der pfarrlichen Praxis offenbar ohnehin weitgehend ignoriert.

Und noch ein Letztes: Meines Wissens ist in dieser Frage auch die Praxis der Karfreitags­liturgie nicht einheitlich. Es wäre interessant zu wissen, was dabei „richtig und rechtens“ ist: mit oder ohne Kommunionspendung.

Dr. Johann Hahn, Perg

Der Artikel „Gelegentlich, aber nicht regelmäßig“ zitiert die „Rahmenordnung“ für Sonntagsfeiern ohne Priester und unterstellt den Verantwortlichen vieler Pfarren, sich in der Praxis nicht an diese zu halten – weil im Rahmen der Wort-Gottes-Feiern regelmäßig auch die Kommunion ausgeteilt werde. Die Rahmenordnung spricht von der „Notsituation“ in Pfarren ohne Priester. Wie im Artikel selbst steht: „So vorgesehen war das allerdings nie.“ Stimmt! Die derzeitige Situation, dass Priester auch im Pensionsalter regelmäßig mehrere Pfarren betreuen müssen, dass manche Gemeinden mehrere Sonntage hintereinander dennoch keine Eucharistie feiern können, war nie vorgesehen. Wenn dann ein Wortgottesdienst mit Kommunionspendung gefeiert wird, entspricht das genau der Rahmenordnung von 1994: „Wortgottesdienste sollten nicht mit Kommunionspendung gehalten werden, wenn am selben Tag eine Messfeier ist.“ „Not“ ist aber definitionsgemäß immer die Ausnahme und so ist diese der zureichende Grund für die geübte Praxis. (...) 

Die Argumente, die sich im Artikel finden, gehen von einer Konkurrrenz der Wort-­Gottes-Feiern und der Eucharistie bzw. der Kommunionspendung aus dem Tabernakel aus: Ein Aufrechnen, welches der beiden ­höherwertig sei, hat nichts mit dem Glauben und dessen Verkündigung zu tun. Das Ziel muss sein, beidem – dem Geschenk des Wortes und dem des Brotes – mit gleicher Ehrfurcht zu begegnen und sie in der Feier zu verbinden – und beide Geschenke der Gemeinde regelmäßig zu ermöglichen

Dr. Markus Himmelbauer, Pfarrassistent, Wolfsegg am Hausruck

Mit Blick auf die Umwelt

Liebes Ja!-Natürlich-Team!

Die Werbelinie für „ja! Natürlich“ (Billa) verheißt vieles, mir fehlt aber Wichtiges! Auf der Suche nach Blätterteig prüfte ich das Kleingedruckte und entdeckte mehrfach, dass Palmfett anstatt Butter verarbeitet worden ist. Es ist mehrfach problematisch, denn Palmfette sind bei Ernährungsfachleuten mittlerweile umstritten und außerdem werden große Plantagen angelegt, um den Bedarf an Palmfetten abdecken zu können. Ich lese immer wieder von brutalen Abholzungen tropischer Wälder ohne Rücksicht auf dort lebende Völker und natürliche Waldressourcen. (...) Für mich ist Butter ein geschmacklich viel besseres Produkt in allen Teigvariationen als Palmöl oder andere problematische Fette! Auch hilft es unseren heimischen Bauern, ihre wertvolle Arbeit durch Abnahme ihrer Produkte zu honorieren. Ich hoffe auf ein Umdenken.

Mag. Karl Mair-Kastner,  Eferding

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