Leserbriefe der aktuellen Ausgabe

Yoga und Esoterik
KiZ Nr. 10, S. 5
Solange Yoga als reine „Turnübung“ praktiziert wird, ist es sicherlich in Ordnung. Und ich nehme an, dass das im Bildungshaus Schloss Puchberg der Fall ist. Aber es gibt auch Kurse, die in die Esoterik führen. Ich habe das selbst erlebt. Die Esoterik ist für einen Christen der falsche Weg, weil der vom Glauben wegführt. Ich bin sicher, dass die Sorge um seine Pfarrkinder Pfarrer Gerhard Wagner dazu bewogen hat, so ein drastisches Urteil über Yoga zu fällen. Antoinette Krassay, Luftenberg

Die Aussagen von Pfarrer Wagner über Yoga waren sicher unangebracht, aber im genannten Artikel in der Kiz Nr. 10 fällt man auf der anderen Seite vom Pferd. Zuerst sollte man eine Unterscheidung treffen: Unter „Yoga“ gibt es z.B. einfach auch Gymnastik- oder Wohlfühl-Angebote ohne jeglichen spirituellen Hintergrund, die nur zwecks besserer Vermarktung „Yoga“ genannt werden. Auch diese können zu besserer Lebensqualität verhelfen, aber haben mit Glauben nichts zu tun.
Bei Yoga mit spiritueller Ausrichtung sollte man sich die Hintergründe aber schon etwas genauer ansehen. Ein „Hauptsache, es tut gut“ finde ich oberflächlich. Ein „Führt ja auch irgendwie zum Göttlichen“ geht in Richtung „Hauptsache, man glaubt an irgendwas, egal an was“. Wenn wir von Yoga reden, ist der Hintergrund der Hin­duismus. Da geht es nicht darum, nur um einen Aspekt herauszugreifen, dem Schöpfer näherzukommen, sondern zu erkennen, dass man selbst Gott („Brahman“) ist. Das steht dem christlichen Glauben doch diametral entgegen. (...) Wolfgang Helm, Linz

Das Frauen-Potenzial
Zum Leserbrief in Nr. 9

Parlamentspräsidentin Bures hat in der Sendung „Hohes Haus“ am 5. 3. gesagt: „Wir können es uns nicht leisten, auf das Potenzial der Frauen zu verzichten.“ Dem ist  zuzustimmen! Wir können vor allem auf jenes „Potenzial“ nicht verzichten, das nur Frauen haben: Kindern das Leben zu schenken. Dies hat Frau Bures allerdings nicht gemeint, sondern das Potenzial, das sie in die Wirtschaft einbringen können. Natürlich haben die Frauen diesbezüglich ein großes Potenzial. Aber was nützt das, wenn die einheimische Bevölkerung, die (noch) großteils vom Christentum geprägt ist, nicht bereit ist, genügend Kindern das Leben zu schenken? In eine ähnliche Richtung geht Familienministerin Karmasin, die gesagt hat: „Wir wollen motivieren, dass die Frauen rasch wieder in den Beruf einsteigen“ (Volksblatt, 10. 3.).
Das Problem, dass die Wirtschaft –  auch unser Sozialsystem – mehr Arbeitskräfte braucht, kann natürlich dadurch gelöst werden, dass wir mehr Menschen in unser Land hereinlassen. Aber was ist, wenn viele von denen nicht unsere Werte teilen, gerade auch in Bezug auf die Frauen? Und wenn diese Menschen mit anderen Gesellschaftsvorstellungen mehr Liebe zu Kindern haben? Werden die Menschenrechte, ganz besonders auch die Frauenrechte, den gleichen Stellenwert behalten?
Die große Frage ist: Was kann getan werden, dass Paare, die Kinder bekommen können, dieses unverzichtbare „Potenzial“ in einem größeren Maß nützen, wieder mehr Liebe zu Kindern aufkommt? Abschließend möchte ich festhalten, dass Frauen, die bereit sind, sich mehrere oder viele Jahre ganz der Familienarbeit zu widmen, großen Respekt verdienen! Sie können ihren Kindern und ihrem Partner kein Geld schenken, dafür aber viel Zeit, und der ganzen Gesellschaft ein „Mehr“ an Zukunft. Danke! Johann Gmeiner, Pfarrer von Grieskirchen

 

Schicken Sie Ihre Meinung an leserbriefe [at] kirchenzeitung.at . Wir freuen uns darauf.

Sie möchten Leserbriefe vergangener Ausgaben lesen? Zum Leserbriefe-Archiv.

Holen Sie sich Koch- und Backideen in unserer Rezept-Ecke.