15.03.2016

Lokales

Schifahren, lesen und beten mit Asylwerber/innen

Quer durch ganz Oberösterreich geht eine Welle der Hilfsbereitschaft, die vor allem junge Asylwerber/innen unterstützt, in Österreich Fuß zu fassen. Von einem Schitag bis zu einem interreligiösen Gottesdienst gibt es eine Vielfalt von Aktivitäten.

Aller Anfang ist schwer.

Beim Flüchtlingsgottesdienst in Seewalchen.

Das erste Mal auf Schiern – das war ein Erlebnis und eine Gaudi. Peter Grubelnik, Lehrer am Gymnasium Kirchdorf/Kr. hat für die Asylwerber, die das Gym besuchen, auf der Wurzeralm (Spital am Pyhrn) einen Dreitages-Schitkurs organisiert. Von den vierzehn Jugendlichen – fast die Hälfte von ihnen sind unbegleitete Jugendliche aus Afghanistan – haben neun teilgenommen. Ermöglicht wurde dieses Abenteuer, das den Schüler/innen sichtlich Spaß machte, von einer Reihe von Sponsoren. Die Schischule von Grubelnik trug die Kosten für die Schilehrer und sorgte für die Ausrüstung, die Liftkarten bezahlte der Lionsclub Pyhrn-Priel und das Lehrerkollegium half mit fehlender Schibekleidung aus. 

Die jungen Asylwerber besuchen entweder allein oder zu zweit den Unterricht in einer Oberstufenklasse des Gymnasiums Kirchdorf, sie werden aber auch getrennt betreut. Jede Woche geben Lehrkräfte ehrenamtlich sieben Deutsch-, eine Mathematik-, eine Geographie- und eine Sportstunde.

Stiftsgymnasium Kremsmünster

Unter dem Motto „Bücher verbinden Menschen“ fand kürzlich im Stiftsgymnasium die Woche des Lesens statt. In einem Workshop mit dem Thema „my first year“ setzten sich unter Leitung eines Asylwerbers jugendliche Flüchtlinge und österreichische Jugendliche mit ihrem ersten gemeinsamen Jahr in Kremsmünster auseinander, tauschten Gedanken aus, verfassten Texte, tanzten und stärkten sich mit einer afghanischen Nudelsuppe. 

Steyrermühl

Da Pfarrassistentin Hildegard Neuwirth nach 26jährigem Dienst in der Pfarre in Pension gegangen ist, diskutierte der Pfarrgemeinderat eine Nachnutzung ihrer Wohnung. Schlussendlich vermietete die  Pfarre die Räume an vier afghanische Asylwerber (Privatverzug). Die neuen Bewohner nehmen aktiv am Gemeindeleben teil, kümmern sich um die Außenpflege des Pfarrzentrums, sind über jede Möglichkeit der Mithilfe bei anstehenden Arbeiten froh und fühlen sich sehr wohl. Die Pfarre freut sich, dass die Aufnahme in die Wohnung und die Integration so gut klappt. Zwei der jungen Afghanen sind bereits getauft, einer befindet sich im Katechumenat und wird zu Ostern die Taufe empfangen. 

Seewalchen

Rund 40 Asylwerber/innen haben in Seewalchen eine vorübergehende Aufnahme gefunden. Während sie auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten, kümmert sich das Netzwerk „Seewalchen hilft“ um die Kriegsflüchtlinge. Mit einer besonderen Einladung kam die Pfarre auf die Asylwerber/innen zu. Sie feierte einen Flüchtlingsgottesdienst, der alle Menschen guten Willens vereinen sollte. Drei Asylwerber formulierten ihre eigenen Fürbitten und trugen sie auch vor. Ein Kurde sang während der Kommunion­austeilung und spielte auf seiner Saz. Bei der Kommunion wurden die Flüchtlinge unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit eingeladen, nach vorne zu kommen, um gesegnet zu werden. Anschließend bekochten sie die Besucher/innen mit Spezialitäten aus ihren Heimatländern. Aufgrund des positiven Echos auf den Gottesdienst ist jetzt einmal im Monat ein Friedensgebet geplant, das gemeinsam von Pastoralassistentin, Ehrenamtlichen und Asylwerbern – Christen und Muslimen – vorbereitet werden soll. Das erste Gebet findet am 21. April 2016  um 19.30 Uhr statt. 

 

"Eine Million Flüchtlinge schaffen wir"

Mitten in der Katsdorfer Pfarrkirche steht ein Zaun, der den Altarraum vom Rest des Gotteshauses abtrennt. Was seine Beweggründe zu dieser Aktion sind und wie Österreich eine Million Flüchtlinge aufnehmen könnte, erzählt Pfarrer Franz Wenigwieser.

Zum Artikel: "Eine Million Flüchtlinge schaffen wir"

Bildquelle: Haijes

Autor/in:  Josef Wallner

Keywords: 2016/11, Schifahren, lesen, beten, Asylwerber

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